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Wie man Aluminium klebt

Traditionell werden Aluminiumteile schon seit langem durch Nieten, Löten oder Schweißen miteinander verbunden. Zunehmend werden aber auch Verklebungen üblich. Selbst im Automobil- und Flugzeugbau werden leichte Bauteile aus Aluminium heute zunehmend geklebt. Das ist nicht nur schneller und einfacher, sondern sorgt oft auch für eine deutlich höhere Festigkeit. Vor dem Kleben von Aluminium sind jedoch diesbezügliche Überlegungen anzustellen und Regeln einzuhalten.

 

Die Verklebung von Aluminium mit Aluminium ist die Domäne der Zweikomponentenklebstoffe. Hier kommen PUR-Klebstoff mit Primer, Epoxidharzklebstoff, Methacrylatklebstoffe und MS-Polymere zum Einsatz. Das hier angewandte Verfahren wird als "Kontaktkleben" bezeichnet - dabei werden beide Teile an den Klebestellen mit Klebstoff bestrichen und nach einer bestimmten Belüftungszeit fest zusammengepresst. Diese Belüftungszeit muss genau eingehalten werden, da das im Klebstoff enthaltene Lösungsmittel verdampfen muss. Deshalb ist es wichtig, genau nach den Angaben des Klebstoffherstellers vorzugehen. Darüber hinaus ist die Topfzeit, also das Zeitfenster, in dem der Klebstoff verarbeitet werden muss, unbedingt zu beachten. Außerdem darf die Klebeverbindung erst nach Ablauf der angegebenen Härtezeit belastet werden. Damit ist klar dass diese Produkte aus gutem Grund spezifische Anweisungen haben.

 

Gerade beim Verkleben von Aluminiumoberflächen ist die sorgfältige Vorbereitung der Oberflächen äußerst wichtig. Sie müssen sauber und vor allem absolut fettfrei sein. Fett und Schmutz wirken als Trennmittel und verhindern eine einwandfreie Haftung des Klebers. Hinzu kommt die natürliche Oxidation von Aluminium, die sich automatisch bildet, sobald das Material mit Luft in Berührung kommt. Diese stets vorhandene, hauchdünne Oxidationsschicht beeinträchtigt die Haftung des Klebstoffs und muss daher gründlich entfernt werden. Insgesamt müssen die Oberflächenvorbereitung und der Klebevorgang innerhalb von etwa 10 Minuten abgeschlossen sein, da sonst die Gefahr besteht, dass sich erneut eine Oxidationsschicht bildet. Das Verfahren sollte in den folgenden zwei Schritten durchgeführt werden:
 

1) Zunächst sollten beide Oberflächen mit einem Schleifpapier mit 80er oder 100er Körnung aufgeraut werden. Die dabei entstehenden Restpartikel müssen dann entfernt werden.

2) Dann wird ein Fett- oder Silikonreiniger verwendet, um die Oberfläche von Fettablagerungen zu befreien.
 

Und Voila, Sie haben ein schönes, sauberes, klebefertiges Set von Aluminiumteilen. Vergessen Sie nur nicht, die Anweisungen auf Ihrem Klebstoff zu befolgen. Viel Spaß beim Kleben!

*Für Experten: Das genaue Verfahren zum Kleben von Aluminium ist in der VDI-Richtlinie 2229 geregelt. Sie besagt auch, dass Klebeverbindungen an Aluminiumbauteilen nur auf Stoß und parallel zur Fügefläche ausgeführt werden dürfen. Eine Regel, die im Heimbereich weitgehend ignoriert werden kann.

 

 

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